Parodontitisbehandlung - Zahnarzt Dr. Ulf Kerkhecker

Parodontitisbehandlung

  • Was ist eine Parodontitis genau?

  • Wie beeinflusst die Parodontitis den Körper?

  • Wie läuft die Behandlung ab?

  • Welche unterstützenden Maßnahmen gibt es?

Parodontitis

Wenn gesunde Zähne ihren Halt verlieren…

 

Bei dem Verdacht eines entzündlichen Zahnfleischrückgangs ist ein frühzeitiges Erkennen von großer Bedeutung für eine gute Prognose. Die Unterscheidung

  • krankhaft / normal
  • entzündet / nicht entzündet
  • behandlungsbedürftig / nicht behandlungsbedürftig

muss Ihr behandelnder Arzt treffen und erläutert Ihnen gerne die Zusammenhänge.

Ablauf einer Parodontitis

 

Warum treibt der Körper den Knochenabbau in dieser Form voran?

 

Das Tempo des ablaufenden Prozesses wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst.

Im Folgenden sind die wichtigsten Begleitfaktoren aufgelistet:

  • Welche Schmutznischen finden die Keime vor (tiefe Zahnfleischtaschen, abstehende Kronenränder, rauher Zahnstein…)?
  • Wie zahlreich und wie aggressiv sind die vorhandenen Keime (zum umstrittenen Thema „Keimtestung“ s.u.)?
  • Wie reagiert der Körper auf die vorhandenen Keime? Die Abwehrreaktionen sind individuell sehr unterschiedlich, aber wichtig für die Therapieplanung und die Prognosestellung.
  • Sind die Zähne bereits so gelockert, dass der Knochen ohne zusätzliche Ruhigstellung der Zähne gar nicht mehr ausheilen kann?
  • Liegen Erkrankungen vor, die einen Selbstheilungsprozess erschweren (Diabetes, Rheumatische Erkrankungen,…)
  • Liegen hormonelle Veränderungen vor, von denen wir wissen, dass sie eine Parodontitis beeinflussen?
  • Wird der Heilungsprozess durch Rauchen erschwert?
  • Werden die Keime durch Fehlbelastungen (Knirschen, Pressen) zusätzlich in den Knochen einmassiert?

Einfluss der Parodontitis auf den Gesamtorganismus

 

Die Bakterienansammlungen in den Zahnfleischtaschen, ihre Toxine und Zerfallsprodukte provozieren Reaktionen unterschiedlicher Art im gesamten Organismus. Anhand von fünf Beispielen präsentiert uns Prof. Dr. James Deschner  vom Universitätsklinikum Bonn „Experimentelle Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ mögliche Wechselwirkungen der Parodontitiskeime:

  • Parodontitis und Diabetes mellitus
  • Parodontitis und kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Parodontitis und Geburtsrisiken
  • Parodontitis und Übergewicht
  • Parodontitis und Gelenkentzündung

Wie läuft eine Parodontitisbehandlung ab?

Das Ziel der Parodontitisbehandlung ist wie beim natürlichen Ablauf (s.o.) die Entfernung der Keime –
aber aber im Gegensatz zur körpereigenen Reaktion natürlich ohne den ganzen Zahn zu entfernen.

 

Was kann noch getan werden zur Verbesserung des Behandlungserfolges?

 

Keimtests

Der Nutzen von Keimtests wird auch unter spezialisierten Kollegen noch immer kontrovers diskutiert.

Tatsache ist

 

  • dass es Zahnfleischerkrankungen gibt, die zwingend mit einem Antibiotikum, mit welchem auch immer, behandelt werden müssen – soweit sind sich alle einig
  • dass ich bei der „Ich gebe immer alles“–Vorgehensweise Patienten völlig unreflektiert mit nebenwirkungsstarken Antibiotika (Metronidazol) routinemäßig behandeln würde, bei denen es aufgrund des Keimspektrums nicht zwingend erforderlich wäre, sondern eine andere Zusammenstellung der Antibiotika oder nur eines Antibiotikums verträglicher und damit sinnvoller wäre

 

  • dass die Keimtestungen mittlerweile so günstig und so zuverlässig sind, dass das Risiko gravierender Nebenwirkungen bei unnötiger Metronidazolgabe in keinem Verhältnis zum geringen Aufwand der Testung steht
  • dass es vor allem bei agressiven Verlaufsformen ein sinnvoller Zusatznutzen ist, nach abgeschlossener Therapie den bleibenden?! Erfolg der durchgeführten Maßnahmen nach ½ – 1 – 2 Jahren mittels weiterer Keimtestungen zu überprüfen. Das wiederum ist nur möglich, wenn ich einen Vergleichswert – nämlich das Testergebnis vor Therapiebeginn – habe

 

 

aMMP8-Testung

Einschätzung der Prognose

prognose

 

Durch die Bestimmung der aktiven Matrix-Metalloproteinase-8 kann in Relation zum

  • Alter des Patienten,
  • zum Schweregrad der sichtbaren Befunde (Zahnfleisch-blutung, Taschentiefen, Knochenrückgang,…),
  • zum Tempo des entstandenen Problems

eine sehr zuverlässige Prognose zum zu erwartenden zukünftigen Verlauf der Erkrankung erstellt werden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Versorgungen geplant werden, die erkrankte Zähne mit einbeziehen.

Die aMMP8-Testung gibt uns auch wichtige Informationen bei Implantat-Patienten über deren individuelles Risiko an einer Periimplantitis (eine Zahnfleischentzündung um ein Implantat herum) zu erkranken.